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Viele Chefs wünschen sich Mitarbeiter, die mitdenken, die aktiv sind, die sich die Bälle holen, anstatt zu warten, dass sie angerollt kommen. Doch diese Mitarbeiter sind nicht nur schwer zu finden, sie sind auch schwer zu halten.
Ein befreundeter Unternehmer beschäftigt seit drei Monaten einen jungen Mann, der viele Jahre für einen Konkurrenten spielte. Dort war er unzufrieden.
Das starre Spielsystem des Konkurrenten gab ihm wenig Raum. Er war fest an eine Position und an bestimmte Spielzüge gebunden.
Im Unternehmen meines Freundes ist das anders. Hier darf er mehr Räume nutzen. Muss er auch, weil weniger Spieler auf dem Platz stehen. Er spielt nach wie vor in der Produktion, also im defensiven Mittelfeld, muss aber auch im Büro (Offensives Mittelfeld) und im Angriff (Verkauf) aushelfen. Das macht ihm Spaß. Er blüht auf. Neulich sagte er zu seinem Chef, dem Trainer: "Chef, geh nach Hause!"
Der Chef ist es gewohnt, mit zu spielen. Das kann er am besten. Nun sagt sein Mitarbeiter zu ihm: "Chef, geh vom Platz! Kümmere Dich mehr um Deinen Trainer- und Managerjob! Ich mach das hier schon!". Endlich! Endlich hat der Chef mehr Zeit. Aber was fängt er mit dieser Zeit an?
Am Spielfeldrand steht er bisher selten. Trainieren und managen kann er nicht so gut. Er wird es lernen. Oder seinen besten Mitarbeiter wieder verlieren. Denn dieser Mitarbeiter will geführt werden. Er will nicht, dass der Trainer ihm auf dem Platz vor den Füßen herumläuft.
Ob Ihr Unternehmen attraktiv für mitdenkende Mitarbeiter ist, finden Sie heraus, in dem Sie sich diese Fragen beantworten:
- Gibt das Spielsystem meines Unternehmens genug Raum zur Entfaltung?
- Bin ich wirklich bereit, loszulassen, vom Platz zu gehen und nur noch sporadisch, in Spitzenzeiten, mit zu spielen?
- Will ich wirklich mehr Zeit am Spielfeldrand verbringen, als Trainer und Manager? Habe ich Spass daran, Mitarbeiter zu trainieren? Habe ich Spaß daran, neue Strategien, neue Spielsysteme zu entwickeln?
Wer mitdenkende Mitarbeiter sucht, muss selbst mehr denken.
Sport frei!
Mirko Schneider


