Blog.

31. Mai 2009 12:19
Felix zieht um!
Klick it!

Klick it!

Neulich stand ich an der EDEKA-Kasse. Direkt vor mir in der Reihe sah ich etwas, das mich an Jeansjackenaufnäher, laute Gitarrenmusik, langes Männerhaar und braune Jesuslatschen erinnerte. Ich sah einen großen Gesäßtaschenkamm. Und ich dachte: ja, so ein Kamm macht was her und wird als Modeaccessoire bis heute stark unterschätzt. Meine Gesäßtasche blieb dennoch frei von Haarpflegeinstrumenten.

 


Ich bevorzugte als modisches Element an diesem Tag eine blauweiße Stoffjacke mit der dezenten Aufschrift "FC Schalke 04". Das bemerkte auch die Kassiererin, Frau Zach. Anpfiff.

Frau Zach: Oh, Schalke!
Ich: Ja.
Frau Zach: Ich freu mich so, dass der Felix zu uns zieht.
Ich: Oh, Schalke!
Frau Zach: Ja.
Ich: Sie stammen aber nicht aus dem Pott, eher aus Berlin, richtig?
Frau Zach: Stimmt. Sie sind aber auch nicht aus dem Ruhrgebiet.
Ich: Stimmt.

Nachdem wir gemeinsam die Mannschaftsaufstellung der Königsblauen für die kommende Saison verabschiedet hatten, lächelten wir uns zu und wünschten uns viel Glück. Abpfiff.

Drei Wochen später, kurz vor Ladenschluss. Frau Zach plauderte über drei Kassen hinweg mit ihrer Kollegin, als ich die Zigarettenständer im Zieleinlauf passierte. Anpfiff.

Frau Zach: Oh, der Schalker!
Ich: Ja.
Frau Zach: Meine Kollegin und ich hatten etwas zu bereden.
Ich: Frauen haben doch immer etwas zu bereden.
Frau Zach: Hier war grad ein Kunde, ich saaage Ihnen.
Ich: Aha. Sie haben weiblich ausgewertet. Verstehe.
Frau Zach: Richtig. Und nachher sind Sie dran!

Ich hab laut gelacht, Frau Zach ebenfalls. Wir wünschten uns einen entspannten Abend. Abpfiff.

Ja, so macht mir einkaufen Spaß! Ich muss keine andressierte Massenfrage beantworten: „Waren Sie mit Ihrem Einkauf zufrieden?“. Nein, da wird frei von der Leber geschnackt und gescherzt. Und genau das verbleibt als letzter Eindruck und führt dazu, dass ich beim nächsten Mal wieder an Kasse 10 stehe und 18,79 EUR über das Laufband reiche!

Sorgt dafür, dass Eure Mitarbeiter den Ball laufen lassen, dass sie mit dem Kunden spielen, ihn charmant herausfordern! Gebt Ihnen Freiraum und sorgt mit regelmäßigem Training dafür, dass sie das Selbstbewusstsein entwickeln, diesen Freiraum auch zu nutzen. Jeder auf seine persönliche Art, in seinem persönlichen Stil. Nur dann wird er oder sie in der Lage sein, Kunden zu begeistern. Nur dann wird er oder sie motiviert sein. Egal auf welcher Position. Und denkt daran: Der letzte Eindruck zählt!

Apropos  Jeansjacken, Gitarrenmusik und langes Männerhaar. Ich war vor zwei Wochen „Auf Schalke“, bei AC/DC. Das nenne ich mal freies Aufspielen und den Ball laufen lassen! Angus Young könnte bestimmt sogar auf einem Gesäßtaschenkamm „Highway to Hell“ fiedeln.

Euer Lasse