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16. Februar 2009 18:22
Fußball ist doof!
Klick it!

Klick it!

Zum Glück saß Dieter Bohlen nicht im Zulassungskommitee für das Architekturstudium. Wahrscheinlich hätte er zu mir sowas gesagt wie: "Ich hoffe, dass Du Deinen anderen Stift bei Deiner Freundin etwas geschickter schwingst!" Mein spontaner Auftritt beim Probetraining an der Technischen Universität Dresden war aber auch peinlich. In der Halbzeit bin ich verduftet. Ein halbes Jahr später begann mein BWL-Studium.

 

 

Neulich wurde ich an das traumatische Erlebnis vor 18 Jahren in Elbflorenz erinnert. Ich sah im Fernsehen einen Bericht über die Aufnahmeprüfung für das Sportstudium an der [Deutschen Sporthochschule] in Köln. Einige Kandidaten durften, ähnlich wie ich damals mein künstlerisches, ihr motorisches Unvermögen in verschiedenen Disziplinen unter Beweis stellen. Andrea (19) gab sich beim Pferdsprung große Mühe. Leider gab es für das Erlegen des Bocks keine Punkte.

Wenige haben das Glück, von einem Talentscout entdeckt zu werden. Die meisten müssen ihre wahren Talente irgendwie selbst erkennen. Dabei holt man sich zwangsläufig blutige Nasen. Das ist schmerzhaft und gleichzeitig heilsam. Solange, bis man auf seinem Weg angekommen ist.

Woran man erkennt, ob es der eigene Weg ist? Schwer zu beschreiben, es fühlt sich einfach gut an. Man macht sich weniger Gedanken darüber, was andere Leute sagen oder denken. Man konzentriert sich auf sich und jammert anders. Man beklagt keine Dinge, die man nicht ändern kann. Man redet nicht darüber, was man am liebsten alles tun würde, man tut es.

Was glaubt Ihr, wie viele Eurer Mitarbeiter sind auf ihrem persönlichen Weg? Ganz egal, in welchem Bereich sie tätig sind.

Je mehr Mitarbeiter auf ihrem persönlichen Weg sind und entsprechend ihrer wahren Talente eingesetzt sind, desto mehr Spaß macht die Führung dieser Mitarbeiter. Desto mehr Mitarbeiter ziehen den Karren.

Der Bereich Konstitution ist einer der am meisten vernachlässigten Bereiche im Berufsleben. Oft wird versucht, Schwächen in der Zusammensetzung des Teams, mit großem Aufwand durch Technik-Trainings auszugleichen. Das funktioniert selten. Andrea wird nie eine Sportskanone! Und meine größte architektonische Leistung wird das Vogelhäuschen für Oma Hildegard bleiben. Ein Glück für Andrea und mich, dass wir durch unsere Prüfungen gerauscht sind. Sonst wären wir in die falsche Richtung gelaufen.

Euer Lasse