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13. Juni 2008 17:40
Grimassenschneider stehen im Abseits!
Klick it!

Klick it!

"Menno, das ist unfair!" So hallte es im Jahr 1863 über einen rasenähnlichen Acker in Britanien. Was war geschehen? Steven hatte hinter dem Rücken von Paul widerliche Grimassen gezogen. Also richtig mit Zunge rausstrecken und so. Und als ob das nicht genug war, köpfte Steven kurz darauf zum 1:0 Siegtreffer ein. Eine unglaubliche Demütigung für Paul.

Das war die Geburtsstunde der Abseits-Regel. Zwar dürfen gegnerische Spieler seither noch immer hinter dem Rücken der Abwehr stehen. Und Grimassen schneiden dürfen sie auch.

Während sie das tun, dürfen sie aber keine Tore mehr schießen. Von ein paar wirren Ausnahmen mal abgesehen.

Und seit jeder Quadratzentimeter des Spielfeldes mit Kameras ausgeleuchtet wird, haben auch die Grimassen deutlich nachgelassen. Im Fußball ist also alles bestens. Die Abseits-Regel funktioniert.

Ganz anders im Büro. Grimassen sind an der Tagesordnung. Allerdings nicht hinter dem Rücken der Gegenspieler, sondern hinter dem Rücken der eigenen Mitspieler, also der Kollegen. Tore werden auf diese Art ganz automatisch geschossen. Eigentore.

Ich plädiere deshalb für die Einführung einer Abseits-Regel im Büro! Wer hinter dem Rücken eines Kollegen Grimassen zieht oder schlecht redet, steht im Abseits und trägt deshalb drei Tage lang eine rote Pappnase. (Sonderreglungen gibt es für Kollegen, deren herkömmliches Gesicht schwer von einer Grimasse zu unterscheiden ist.)

Böse Worte und Grimassen sind nicht das Problem. Sie bringen auch gar nichts. Selbst, wenn sie manchmal noch so berechtigt sein mögen. Die Kollegen, denen sie gelten, stolpern eh irgendwann über ihre eigenen Beine. Ganz sicher!

Das Problem sind die damit verbundenen Eigentore. Weil sie das gesamte Team schwächen.

Also, macht Euer Ding! Schießt keine Eigentore! Konzentriert Euch auf Euren Job! Sorgt dafür, dass Ihr gute Arbeit abliefert und die Mannschaft als Ganzes voranbringt. Und sollte jemand hinter Eurem Rücken Grimassen ziehen, dann sieht derjenige dämlich aus, nicht Ihr!

Euer Lasse