Blog.

17. März 2008 15:20
Mit Büchsentelefonen zur Stammplatzgarantie!
Lasse's Spielanalyse. Klick it.

Lasse's Spielanalyse. Klick it.

Einige ethisch-moralische Vorbilder hatten ja damit gedroht, ihr Handy gegen Büchsentelefone einzutauschen. Grund dieser fiesen Drohung war die angekündigte Schließung des Nokia-Stadions in Bochum und damit die Auswechslung einiger Spieler. Was wurde eigentlich daraus? Schleppt der Rüttgers jetzt wirklich eine 10-Liter Bockwurstbüchse mit sich herum? Aktueller Stand: Das Land NRW will Nokia verklagen, wenn der Verein nicht bis Ende März 60 Millionen Euro zurückzahlt.

 

Dieses Geld hatte Nokia vor etwa 8 Jahren erhalten, um das Stadion zu sanieren. Als Gegenleistung hatte sich Nokia verpflichtet, den Mannschaftskader aufzustocken. Die neuen Spieler bekamen eine Stammplatzgarantie für 8 Jahre.

Solche Deals gibt’s an jeder Ecke. „Wenn Du mir ein paar arbeitslose Spieler abnimmst, dann bezahle ich Dir Deine Maschinen.“ Oder eben ein neues Stadion, wie bei Nokia. Lange Vertragslaufzeiten sorgen dafür, dass jeder etwas davon hat. Das Land NRW bzw. der Bund sparen zum Beispiel beim Verkauf von 2.000 Spielern an Nokia in 8 Jahren etwa 200 Millionen EUR Arbeitslosengeld. Klingt nach Menschenhandel? Ja, die Diskussion gab’s im Fußball auch. Vor langer Zeit, als die Ablösesummen nicht viel höher waren, als dass, was Nokia vor 8 Jahren für einen Spieler bezahlt hat.

Das Unschöne an befristeten Verträgen ist, dass sie irgendwann auslaufen. Unschön ist auch, dass sich die Welt dreht. Wenige haben vor 8 Jahren ernsthaft daran geglaubt, dass die EU heute 27 Mitgliedstaaten hat. Jene, die es noch am ehesten voraussehen konnten, plustern sich heute auf und wollen mit Büchsentelefonen rumlaufen, wenn ein Verein in einem der neuen Mitgliedstaaten seine Stadien baut.

Anstatt den eigenen Spielern vorher mit auf den Weg zu geben, dass die Stammplatzgarantie vielleicht nach 8 Jahren abläuft. Genau diese lange Zeit gilt es zu nutzen. Denn nicht jeder der Spieler wird danach weiter für diesen Verein spielen. Und nicht jeder Spieler wird danach die Chance haben, in einem anderen Verein unter zu kommen. Einige werden wieder beim Staat unter Vertrag sein. Selbst, wenn es im schlimmsten Fall ebenso viele sind, wie vorher, hat es allen etwas gebracht.

Ich bin wahrlich kein Fan von geldgeilen Vereinen, an deren Spitze irgendwelche Dilettanten agieren. Aber ausgerechnet einem Verein wie Nokia, der sich an die Regeln hält und jahrelang tausende Spieler einsetzt, unmoralisches Verhalten vorzuwerfen, ist eine Frechheit.

Oh, mein Handy klingelt. Ein Motorola übrigens.

Euer Lasse