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25. Februar 2008 12:00
Der schönste Pullover der Welt!
Lasse's Spielanalyse. Klick it.

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Stolz wie ein edler Ritter, mit einer königsblauen Plastiktüte in der rechten Hand, verließ ich das Spielfeld. Ich drehte mich noch einmal um. Frau Naumann lächelte mir zu und winkte hinter der Schaufensterpuppe hervor. Vor mir, in der Fußgängerzone, trällerte ein Roger Whittaker-Double „Abschied ist ein scharfes Schwert“. Einkaufen ist so schön.

 

 

Keine zwei Stunden zuvor begab ich mich auf den Weg in die City. Ein neues Oberhemd sollte es sein. Ich dachte an etwas Farbenfrohes. Etwas, womit ich Isa eine Freude bereiten konnte. Ein Hemd, das es vermochte, sie zum Schmelzen zu bringen.

Nach einer Weile des Umherirrens, in der ich an die 20 Mal den Satz „Kann ich Ihnen helfen?“ gehört hatte, betrat ich ein mittelgroßes Trikotagenkaufhaus. Anpfiff.

Auf dem Platz agierten sechs Spielerinnen. Davon hatten sich zwei an der Kasse aufgestellt. Jeweils zwei Spielerinnen deckten die Bereiche „Schlüpfer/Feinripp“ und „Beinkleider“ ab. Die übrigen zwei Spielerinnen waren für die Bereiche „Anzüge/Hemden“ und „Pulli’s“ zuständig. Eine klassische 2-2-2 Taktik also.

Alle waren bemerkenswert gut gelaunt. Eine Spielerin warf mir im Vorbeigehen ein herzliches „Hallo“ zu. Ihre Kollegin nahm etwa zwei Minuten meinen suchenden Blick auf. „Sie suchen doch bestimmt ein schickes Hemd, oder?“, sprach sie. Wahnsinn. War das etwa Uri Gellers Frau? Mir war etwas unheimlich. Doch dann wurde mir klar, dass ihre Chancen, ins Schwarze zu treffen, bei 25 Prozent lagen. Und selbst wenn ich gesagt hätte „Ne, ich suche eine Schützentracht“ hätte sie mich gekonnt ins Spiel gebracht.

Wir gingen in ihr Revier. Dort wimmelte es von Hemden für den adretten Herren. Leider war nichts dabei, was mir vorschwebte. Es schien, als hätte Frau Naumann genau darauf gehofft. „Wissen Sie was?“, sagte sie. „Ich hab da was für Sie. Das wird Ihnen gefallen!“ Ich fühlte mich, als käme gleich der Weihnachtsmann.

Sie präsentierte mir einen tief-lilafarbenen Pullover. „Probieren Sie den doch mal an. Steht Ihnen bestimmt prächtig. Hab ich nur noch zwei in Ihrer Größe. Italienisch. Kaschmir. Und preislich unschlagbar.“ Natürlich hab ich den Kuschelpulli gekauft. Und ein dazu passendes Hemd. Fast. Denn das gab’s leider nicht mehr in meiner Größe. Abpfiff.

Zu Hause meinte Isa, nach der Modenschau im Wohnzimmer, dass mir diese Farbe überhaupt nicht steht. Wegen meiner blassen Gesichtsfarbe. Ich würde aussehen, wie Frankenstein. Doch das war mir egal. Ich werde diesen Pullover immer lieben.

Aus Trainer-Sicht wirkte die gesamte Mannschaft geschlossen und eingespielt. Was Frau Naumann technisch zeigte, war auf ganz hohem Niveau. Ein Stilberatungsseminar wäre vielleicht noch eine Überlegung wert. Dann verkauft sie mir beim nächsten Mal auch die richtige Farbe. Denn welcher Kerl ist in Stilfragen schon sattelfest? Außerdem könnte MANN dann auch ohne seine Frau einkaufen gehen. Und die gesparten fünf Stunden mit sinnvollen Dingen verbringen.

Euer Lasse