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07. Februar 2008 14:57
In der Teamleitersitzung: Schuhe an!
Lasse's Spielanalyse. Klick it.

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Zwei Männer ohne Schuhe, genervte Spieler und kaum nennenswerte Ergebnisse - das ist das Resultat der heutigen Teamleitersitzung. Dabei war ich hochmotiviert. Denn einmal in der Woche treffen wir uns, um die Weltpolitik zu besprechen. Also die Politik in unserer Welt. Ich war gut vorbereitet, trug ein frisches Hemd. Frau Sommer, unsere erstklassige Sekretärin, brühte ganz vorzüglichen Kaffee auf und stellte erlesene Kekse bereit. Optimale Bedingungen also. 9.00 Uhr. Anpfiff.

 

 
Die Hälfte der Spieler ist pünktlich zu Spielbeginn anwesend. Die andere Hälfte trudelt nach und nach ein. Gegen 9.10 Uhr sind wir vollständig. Beim Fußball hätten wir jetzt schon die ersten zwei Buden drin. Haben wir hier auch. Merkt aber keiner. Unabhängig davon ärgere ich mich jedes Mal über unhöfliche Unpünktlichkeit. Besonders dann, wenn sie mit ihrem Freund, der gestressten Mine, Hand in Hand ins Zimmer spaziert.

Schnell stellt sich heraus, dass nun zwar alle auf dem Platz stehen, manch einer trägt allerdings keine Schuhe. Als Strandfußballer in Rio de Janeiro ist das bestimmt sinnvoll. Zu einer Besprechung ohne Vorbereitung zu erscheinen, ist hingegen die nächste Unhöflichkeit. Mannschaftsdienlich ist es ohnehin nicht. Einen leeren Schreibblock und einen Lieferanten-Kuli kann man jedenfalls nicht als Vorbereitung gelten lassen.

Ich bin heute der erste, der aufs Tor schießt. Letzte Woche gab’s ein wenig Stress. Ein Kunde hat uns den Hintern versohlt. Zu recht. Denn ich hab mit meinem Team ein Eigentor geschossen. Wir haben drei alternative Gegenmaßnahmen erarbeitet. Just im Augenblick, als ich die Vorschläge präsentiere, macht es „klingeling“. Nein, es schellt nicht zur Halbzeit. Das Handy eines Barfüßigen macht Musik. Oder sagen wir, es gibt Töne von sich. Und die sind so laut, dass ich kurz in die Gebärdensprache übergehe, damit mich die anderen Spieler noch hören. Ein weiterer Kollege packt die Gelegenheit beim Schopfe und tätigt ganz schnell einen ganz wichtigen Anruf in einer ganz wichtigen Angelegenheit.

Wir stehen also wieder mit zwei Mann weniger auf dem Platz. Andererseits haben wir jetzt mehr Raum. Und so kommt es, dass wir gemeinsam schnell eine Lösung für mein Problem finden.

Danach flutscht es. Wir sind produktiv und laufen zur Höchstform auf. Solange, bis die Männer ohne Schuhwerk erneut ins Spielgeschehen eingreifen. Von beiden dürfen wir uns danach einen Problemschwall anhören. Für eigene Lösungsvorschläge bleibt leider keine Zeit. Abpfiff.

Spiel verloren. Ich werde nächste Woche zu Beginn vorschlagen, dass wir unsere Teamsitzungen anders gestalten. Wir brauchen klare Regeln. Wenn wir danach noch einmal so stümperhaft, ohne Leidenschaft spielen, werd ich aufstehen und gehen. Mal sehen, was dann passiert.
 
Derartige Spiele stressen mich mehr, als tausend Alltagsprobleme und halten mich auf. Wer sich auf dem Platz nicht an bestimmte Regeln halten kann oder will, der soll mit dem Zuckerhut auf dem Kopf am Strand spielen.

Euer Lasse