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Die Kirchturmuhr schlug gestern Nachmittag dreimal, als ich bemerkte, dass meine komplette Telefonanlage platt war. Nachdem ich eine Weile abwartete, in der Hoffnung, McGyver würde sich der Sache annehmen, griff ich zum Handy und wählte die Service-Hotline der Telekom. Anpfiff.
Ein freundlicher, grobmotorisch agierender Automat nahm mich an. Im Fernsehen hatte ich mal gesehen, dass man einfach anfangen soll, zu singen. Das verwirrt den Automaten und man wird an einen Menschen weitergeleitet. Grad wollte ich den Enzian von Heino anstimmen, da wurde ich schon abgespielt.
An eine nette Dame vom Call-Center. Sie nahm mich gekonnt an. Sie prüfte und
schraubte, konnte den Fehler jedoch nicht deuten. Sie fragte meine Handy-Nummer ab und kündigte einen präzisen Pass an einen technisch versierten Kollegen an. Ich hatte kaum aufgelegt, da erhielt ich eine SMS mit der Bearbeitungsnummer. Kurze Zeit später meldete sich der technikbegabte Mitarbeiter. Er brachte mich zu einer Art sportlichen Betätigung, denn ich musste mich bücken und meine Telefondosen prüfen. Das brachte aber nichts. Deshalb spielte er mich an einen Mitarbeiter im Krisengebiet vor Ort ab. Am nächsten Morgen zwischen 8 und 12 wäre dieser einsatzbereit.
Ich hatte mein Honigbrötchen noch gar nicht richtig verdaut, da schellte das Handy. Es war 9.05 Uhr mitteleuropäischer Zeit, als der Steilpass im Krisengebiet ankam. Der nette Mann gab mir kurz die Info, dass er sich auf den Weg macht, um nach dem Rechten zu sehen. Kurz darauf meldete er sich erneut. Der hinterlistige Schaden sei gefunden und würde innerhalb der nächsten 30 Minuten behoben. Dann ging alles blitzschnell. Die Telefonanlage lebte wieder. Der Krisenmann rief noch mal durch, um Vollzug zu melden. Und zum Abschluss bekam ich noch eine SMS, dass die Welt gerettet ist. Tooooor!!! Abpfiff.
Welch ein Spielzug. Und da sag noch mal einer, bei der Telekom gäbe es keine
Ballvirtuosen. CRM-Systeme bringen also doch was. Wenn gute Spieler im Team sind, die diese Systeme verstehen und damit umgehen können und wollen. Und wenn es Trainer gibt, die in der Lage sind, ihre Spieler auf derartige Systeme zu trainieren.
Euer Lasse


